UNFORGETTABLE ART
Wiederentdeckt: Die Meisterinnen der Malkunst
Vergessen, verdrängt, wiederentdeckt – Frauen, die die Kunstgeschichte prägten
Sie hingen in den großen Sammlungen Europas, zierten die Wände fürstlicher Paläste und wurden von den mächtigsten Mäzenen ihrer Zeit begehrt. Und doch gerieten sie in Vergessenheit. Jetzt kehren sie zurück – die Meisterinnen der Malkunst.
Wer spontan an große Malerinnen denkt, dem fallen vielleicht Angelika Kauffmann ein, die gefeierte Porträtistin des 18. Jahrhunderts, oder Berthe Morisot, die einzige Frau im engsten Kreis der französischen Impressionisten. Vielleicht auch Paula Modersohn-Becker, die in ihrer kurzen Lebenszeit ein Werk schuf, das die Moderne vorwegnahm. Doch das sind nur die bekanntesten Namen eines weit größeren Kapitels der Kunstgeschichte – eines Kapitels, das lange überschrieben, unterschätzt und systematisch ignoriert wurde.
Mehr als 400 Künstlerinnen allein im Goldenen Zeitalter
Dass die Kunst vergangener Jahrhunderte keineswegs nur männlich war, zeigt eindrucksvoll die aktuelle Ausstellung „Unforgettable Art„ im Museum voor Schone Kunsten (MSK) in Gent. Allein für das Goldene Zeitalter in den Niederlanden – jene Epoche des 17. Jahrhunderts, die Rembrandt und Vermeer hervorgebracht hat – lassen sich mehr als 400 Künstlerinnen nachweisen. Vierhundert Frauen, die malten und verkauften. Vierhundert Frauen, von denen die meisten heute kaum jemand kennt.
Dabei waren sie nicht nur künstlerisch ihren männlichen Zeitgenossen ebenbürtig. Einige von ihnen brachten es zu beachtlichem kommerziellem Erfolg – zu Reichtum, Ruhm und internationaler Anerkennung. Sie führten Werkstätten, bildeten Schüler aus und belieferten den europäischen Hochadel mit Auftragswerken.
Italien, Deutschland, die Welt
Das Phänomen beschränkte sich nicht auf die Niederlande. In Italien malten Frauen mit einer Kraft und Dramatik, die selbst ihre berühmtesten männlichen Kollegen herausforderte. In Deutschland und im deutschsprachigen Raum schufen Künstlerinnen Werke, die heute in den bedeutendsten Museen der Welt hängen – manchmal ohne dass ihr Name auf dem Schild darunter steht.
Die Gründe für ihre Unsichtbarkeit sind vielfältig: fehlender Zugang zu Akademien, gesellschaftliche Erwartungen, Heirat und Familie als vermeintliche Alternativen zur Kunst, und nicht zuletzt eine Kunstgeschichtsschreibung, die über Jahrhunderte hinweg männlich dominiert war.
Ihre Geschichten. Ihre Werke. Unforgettable Art.
Diese Webseite ist ihnen gewidmet.
Wir wollen zeigen, wer diese Frauen waren – als Künstlerinnen, als Persönlichkeiten, als Unternehmerinnen ihrer Zeit. Die Lebensläufe sind ebenso fesselnd wie ihre Werke: geprägt von Beharrlichkeit, Leidenschaft und dem unbedingten Willen, zu schaffen – trotz aller Widerstände. Und Ihre Bilder sind bemerkenswert. Ihre Geschichten sind es nicht weniger.